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Lorens de Hahn – Namenspate unseres “Meeres-Zimmer Süd”

Ob Sie’s wissen oder nicht, beinah alle Menschen hegen zuweilen ziemlich die gleichen Gefühle für den Ozean wie ich. – mit diesen Worten beginnt Herman Melville seinen berühmten Roman Moby Dick und schuf damit dem Beruf des Walfängers ein literarisches Denkmal. Ein Vorbild des Protagonisten Ahab könnte in jedem Fall der Sylter Lorens de Hahn gewesen sein. Der 1668 geborene Rantumer ist Namenspate unseres “Meeres-Zimmer Süd”.

180° Panorama-Blick

Was Melville mit seinen ersten Sätzen beschreibt, auch wenn er es vielleicht ein wenig anders gemeint hat, kennt wahrscheinlich jeder von Ihnen, liebe Gäste. Der unglaublich 180 Grad-Panorama-Blick aus den Fenstern dieses Zimmers ist kaum zu beschreiben: Das Flurfenster zeigt gen Osten und gibt die fast stündlich wechselnde Aussicht auf das Wattenmeer frei. Das Bad und auch vom Bett aus öffnet sich der weite, schier endlose Blick über die Dünen und den Strand hinweg gen Süden. Zu Guter Letzt lädt Sie das charmante Fenster über dem Schreibtisch zum Ausblick nach Westen ein.

Sei es, Sie genießen den Sonnenuntergang über der Nordsee bei einem Glas Wein oder greifen zu Stift und Karten und schreiben bei diesem Anblick Ihre Urlaubsgrüße: Das Meer, vom Wind bewegt, die Weite und der Horizont wecken bestimmt im einen oder anderen die Lust, aufzubrechen. Lorens de Hahn wurde schon mit 24 Jahren Wahlfangkommandeur, sein besonderes Gespür für die Tiere schlug sich in seinen kolossalen Fangquoten nieder. In 29 Jahren erlegte er mit seiner Mannschaft 169 Wale – einmalig auf der Insel und der Schlüssel zu erheblichem Wohlstand. Nach heutigen Maßstäben soll das Vermögen des Mannes, der eigentlich Lorens Petersen hieß, umgerechnet 4 Millionen Euro betragen haben – keinem Sylter ging es besser. Manch einer mag den Walfang heutzutage zurecht kritisch sehen – damals war er ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil der Insel-Wirtschaft.

Wie Lorens de Hahn auf das Meer blicken

1713 wurde Lorens de Hahn als Strandinspektor berufen – der Aufgabe kam er, nach niedergeschriebenen Berichten von Zeitgenossen, mit großem Eifer äußerst gewissenhaft nach und blieb seiner Heimat, dem Ozean, verbunden. Sein um das Jahr 1700 erbautes Friesenhaus, das lange Zeit als Freilichtmuseum diente, brannte 1967 ab und wurde mit dem Original-Inventar in Kiel wieder aufgebaut. Einen Wal werden Sie mit Blick aus dem Fenster unserer Meereszimmers zwar vermutlich nicht entdecken können, allerdings sind Sie der Nordsee hier so nah und verbunden, wie fast nirgendwo sonst. Lorens de Hahn, soviel ist sicher, wäre aus unserem Meereszimmer womöglich gar nicht wieder ausgezogen. Und wenn auch Sie jetzt die Se(e)hnsucht gepackt hat.