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Domaine de la Romanée Conti Verkostung

soelring hof - romnee conti probe - flaschen

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Die Idee

Die Veranstaltung war von langer Hand geplant – es dauerte bestimmt zwei Jahre bis wir den richtigen Termin mit den interessierten Teilnehmern gefunden hatten.

Ich fieberte dem Termin somit schon sehr lange und vor allem intensiv entgegen: im Leben eines Sommeliers gibt es ganz besondere Highlights und dazu gehört zweifelsfrei ein Probe der Romanée Conti Weine! Alle Weine von der Domaine Romane Conti nebeneinander probieren zu können… – mon Dieu!!!

Domaine de la Romanée Conti

Die Domaine liegt im Burgund, in dem etwas nördlicheren Teil der Cote de Nuits, im verschlafenen Örtchen Vosne Romanée. Bei wirklich jedem Weinliebhaber schlägt das Herz etwas schneller, wenn man an diese Lagen denkt. Die Weingärten liegen hinter dem Dorf und es ist wahrlich eine internationale Pilgerstätte – tausende von Menschen haben sich schon mit dem bekannten Romaneé Conti Kreuz ablichten lassen.

Die Geschichte beginnt schon bei den Römern, die in den Hügeln der Cote d’Or ihren Wein anbauten. Im 5. Jahrhundert sahen die mächtigen Bischöfe von Langres und Autun die Macht der Römer schwinden, die in dieser Gegend auffallend gute Weine gekeltert hatten und im Laufe der Zeit gründeten Mönche hier ihre Klöster. Die wohl wichtigsten Klöster sind Cluny und Citeaux.

Die Geistlichen arbeiten hart, forschten viel und so fanden sie die besten Stellen mit den besten klimatischen Bedingungen und den besten Böden heraus, welche sie voneinander abgrenzen. Eine Art Klassifizierung.

Am 13. November 1151 wurde urkundlich erwähnt, daß brachliegende Gebiete um Flagny und Vosne an das Benediktinerkloster St. Vivant de Vergy gingen. Eine aus heutiger Sicht seltsame Eigenschaft der Menschen damals, Land an die Kirche zu schenken, damit die Seele im Jenseits in den Himmel kommt, eine Ablasszahlung.

Des Weiteren ist historisch hinterlegt, daß das Kloster St. Vivant de Vergy 1232 den Weinberg „Le Cloux de St. Vivant“ übernahm.

Aber auch die Macht der Geistlichkeit schwand mit der Zeit und der Adel erhob hohe Steuern bei Klöstern und Kirchen.

1621 wurde der Weinberg „Le Cros des Cloux“ verkauft und man änderte den Namen ca. dreißig Jahre später in „La Romanée.“

1760 erwarb Louis – Francoise de Bourbon „Prince de Conti“ den Weinberg für das doppelte des eigentlichen Preises. Er war ein direkter Cousin Ludwig XV und man munkelt, er habe nur diesen hohen Preis bezahlt, um Madame Pompadour, die diesem Weinberg ebenfalls sehr angetan war auszubooten. Sie hatten kein sehr inniges Verhältnis und sahen sich in der Gunst des Königs als Konkurrenten.

Damals schon gewann die Lage La Romanée eine große Aufmerksamkeit, denn der grandiose Wein war nicht käuflich zu erwerben: der Prince de Conti behielt sich diesen besonderen Wein für seine rauschenden Feste vor. Man konnte ihn nur trinken, wenn man zum elitären, ausgewählten Freundeskreis des Prinzen zählte. Das machte den Wein damals schon zu einem Mythos.

Dann kam die Revolution und mit der Sturm der Bastille wurde der Sohn und Erbe Louis Francoise Joseph de Bourbon Prince de Conti enteignet.

1791 wurde die Lage La Romanée de St. Vivant mit Gebäude, Kellern und Kelter versteigert. Die Revolutionäre nannten den Weinberg „Romanée Conty“

Im Laufe der Zeit ging der Weinberg durch verschiedene Hände, bis ein gewisser Jacques Marie Duvault-Blonchet ihn 1869 erwarb und den Grundstein der heutigen Domaine legte.

Trotz der vielen Erben die im Laufe der nachfolgenden Zeit verschiedene Stücke der Lagen bekamen, wurde durch geschicktes Kaufen und Verkaufen der Weinberg zusammengehalten, bis Edmond Gaudin de Villaine die Führung übernahm und versuchte Struktur in das von Kriegen, Reblausplagen, echtem und falschem Mehltau gebeutelte Unternehmen zu bringen.

Jacques Chambon, der Schwager von de Villaine, verkaufte seinen Anteil von 50% 1942 in den Kriegsgewirren des Zweiten Weltkrieges an Henri Leroy. Im Jahr 1974 übernahmen dann die Kinder Marcelle (Lalou) Bize -Leroy und Aubert de Villaine die Direktion der Domaine.

Zu dieser Zeit sprossen überall chemische Hilfsmittel auf den Markt: Fungizide, Herbizide und Insektizide. Seit den 1980er Jahren setzt die Domaine allerdings auf Biologischen Anbau, mittlerweile komplett auf Bio Dynamischen.

1991 stieg Lalou Bize – Leroy aus. Der neue Co Direkter wurde Henry Frédéric Roch, dessen Familie sowieso 25% Anteil an der Domaine besassen.

Seit 2008 gehören 3 kleine Parzellen an der Cote de Beaune zur DRC: Corton – Le Clos de Roi, Corton – Les Bressandes und Corton – Les Renardes.

Somit kommen acht Weine aus Grand Crus auf den Markt:

Le Montrachet (von Henri Leroy damals erworben)

Corton

Echezeaux

Grands Echezeaux

Romane St. Vivant

Richebourg

LaTâche (Monopollage)

La Romanée Conti (Monopollage)

Romanee Conti Weinflasche tasting

Es gibt noch zwei Besonderheiten:

1.Der sogenannte „Hauswein“ den man nur auf der Domaine zu trinken bekommt, der nicht in den Verkauf geht und eigentlich auch nicht existiert: Bâtard Montrachet

2. Ein Vosne Romanée 1er Cru Cuvee Duvault Blonchet 1er Cru, aus jüngeren Rebanlagen gekeltert oder der zweite Lesegang. Man kann ihn nicht als Zweitwein bezeichenen, da er bisher nur 1999, 2002 und 2004 produziert wurde. Abgesehen von den Dreissigerjahren wo er öfters zum Vorschein kam.

romanee conti - wein

Das Tasting

Zurück in den Sölring Hof auf unserer kleine Düne – nicht so geschichtsträchtig, aber wir lieben Wein und Historie. Am 10. März 2018 war es dann so weit.

Alle neun Weine der Domaine standen, aufgereiht wie eine Perlenkette, im Weinkeller und warteten darauf geöffnet zu werden. Was für eine ehrenvolle Aufgabe!

Hier finden Sie einen Überblick über alle verkosteten Weine des Abends:

2014 Montrachet (beim Öffnen präsentierte sich der Wein recht breitschultrig, gelbfruchtig, kräftige Säure, die aber im vollen Körper gut eingebunden ist, deutliche Bitterstoffe, bleibt lange im Mund und es gesellt sich noch etwas nasser Stein mit in die Aromen.)

Pirat: 2014 Bienvenue Bâtard Montrachet von Leflaive (Nasser Stein, abgelutschter Stein vom weißen Pfirsich, im Mund subtil, nicht laut, knackige Säure, etwas karg, sehr langer Nachhall – ein sehr eleganter Wein, der es bestimmt schwer haben wird gegen den lauten Montrachet anzutreten.)

2002 Vosne Romaneé 1er Cru Cuvée Duvault – Blonchet (rauchige Wimmelchen, süssliches Fleisch, Wild, Rehblut, Eisen in der Nase, am Gaumen eine kräftige Säure, wenig Tannine, der Mund trocknet leicht durch die leichte Adringenz, dazu würde ich ein Kalbstatar ganz einfach mit frischem Brot essen.)

Pirat: 1995 Nuits St. Georges Clos de Corvées 1er Cruz Monopol von der Domaine Prieuré Roch (helles Kaminrot, fein gereifte Nase, Rauch, eher animalisch als fruchtig, leichte Säure, die nicht vordergründig ist, mittlere Tanninstruktur, deutliche Adringenz, im Nachhall mittellang. Ein sehr kräftig wirkender Burgunder mit den typischen Rauchnoten des NSG – ein gut gereifter Wein, der mich sehr neugierig auf mehr von diesem Weingut macht.)

2014 Corton (kraftvolles hellrot, nasses Fell, rote Beeren, Power und kräftige Säure, deutliche Tannine, leicht trocknende Adringenz, wirkt viel kraftvoller als die Vosne Romanées, bitter und robuster.)

2012 Echézeaux (Wimmelchen, Holz, Eisen, Rauch, mittlere Säure, nicht vordergründig, dezente Adrigen, mittlere Tanninstruktur, bleibt recht lange im Mund, ist kraftvoll-elegant, dezente Bitternote wirkt appetitanregend.)

2000 Grands Echézeaux (auch hier die roten Johannisbeeren, die so typisch für Vosne Romanée sind, Rehfleisch, Blut, Süsse, mittlere Säure, deutliche Adringenz, bleibt lange im Mund, keine Bitternoten, hat etwas Herbes im Nachhall.)

2006 Romanée St. Vivant (Wimmelchen und Gewürze, fast was Kräutriges, mittlere Säure, mittlere Tanninstruktur, deutlich trocknende Adrigenz, wirkt auch würzig im Mund, nicht so fruchtig wie die anderen, geradlinig.)

2005 Richebourg (Himbeeren, Wimmelchen, animalisch, deutliche Säure, aber nicht vordergründig, deutliche Adringenz, mittlere Tanninstruktur, kräftiger, maskuliner als die anderen, leichte Bittermandel im Nachhall.)

2007 La Tâche – Monopol (Vegetabil, schotig, rote Johannisbeere, deutliche Säure, versteckt sich aber gut, mittlere Tanninstruktur, deutliche Adringenz, wirkt beim Öffnen fast etwas unreif, aber nur in der Nase. Im Mund präsentiert er sich klar und kraftvoll, trotzdem kein guter Vertreter seiner Art, finde ich.)

Pirat: 2010 Vosne Romanée Les Gaudichots 1er Cru von der Domaine Forey (animalisch, Sauerkirsch, Nasses Fell, Wimmelchen, deutliche Säure, ebenso die Adrigenz, gute Tanninstruktur, bleibt sehr lange im Mund, wirkt am Anfang etwas ruppig, wird dann aber sehr geschmeidig und kleidet den Mund voll aus.)

2004 Romanée Conti (helles rot, rote Johannisbeere pur, deutliche Säure, genauso deutliche Adrigenz, gute Tannine, bleibt lange im Mund, was für ein eleganter Wein, ein Langstreckenläufer, im Nachhall kommt etwas Minze oder Eukalyptus durch – geiler Stoff.)

Wir rundeten den Abend ab mit einer Flasche 1911 Tokaji aus der Massandra Kollektion und einem 1963er Vintage Port von Croft. Denn wer Johannes King kennt weiß, Portwein darf an besonderen Abenden nicht fehlen.

soelring-hof-alpina-video-dreh Bärbel Ring

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